Nachmittags im Sommer wird es am Fenster schnell heiß, im Winter fühlt sich derselbe Platz kalt an. Ob Beschattung oder ein Vorhang hilft, hängt davon ab, wie Fenster, Sonneneinfall, Heizung und Nutzung zusammenspielen. Mit gesammelten Angaben zu Ihrem Fenster lässt sich dann einschätzen, was Textilien für den thermischen Komfort verändern können und wovon ihre Wirkung abhängt.
Sonneneintrag und Wärmeverlust getrennt betrachten
Sommerliche Überwärmung und winterlicher Wärmeverlust sind nicht derselbe Vorgang. Ein Sonnenschutz verändert, wie Sonnenstrahlung am Fenster behandelt wird. Ein geschlossener Innenbehang kann zusätzlich den Wärmeaustausch am Fenster beeinflussen. Die Aufgaben können sich ergänzen, benötigen aber unterschiedliche Beurteilungen.
Das Building America Solution Center unterscheidet entsprechend zwischen der Begrenzung solarer Wärmeeinträge und nächtlicher Wärmeverluste. Seine Beispiele zeigen unterschiedliche Innen- und Außenlösungen. Die dortigen Gebäudestudien sind keine pauschalen Einsparprognosen für ein Haus in Torgau.[1]
| Beobachtung | Zuerst zu klärende Aufgabe |
|---|---|
| Direkte Sonne heizt einen Bereich auf | Sonneneintrag und mögliche Beschattung betrachten |
| Ein Fensterplatz wirkt im Winter unangenehm | Fenster, Oberflächen, Luftbewegung und Nutzung betrachten |
| Zug ist an einer geschlossenen Öffnung wahrnehmbar | Ursache am Bestand klären |
| Glasfläche und Wintergarten werden stark besonnt | Verglasung, Ausrichtung, Beschattung und Lüftung gemeinsam prüfen |
Wie Sonnenschutz am Fenster wirkt
Auftreffende Sonnenstrahlung kann durchgelassen, zurückgeworfen oder aufgenommen werden. WAREMA führt diese Anteile getrennt als Transmission, Reflexion und Absorption auf. Außerdem unterscheidet der Hersteller lichtbezogene von energetischen Angaben. Ein Stoff, der den Raum sichtbar dunkler macht, ist damit noch nicht vollständig hinsichtlich seines thermischen Verhaltens beschrieben.[2]
Für einen Vergleich gehört die Verglasung dazu. Der Gesamtenergiedurchlassgrad gtot beschreibt die Kombination von Sonnenschutz und Glas. Er ist kein fester Universalwert eines beliebigen Behanges.[2]
Fragen Sie deshalb, ob die genannte Zahl für Ihre Verglasung und die angebotene Beschattung gilt. Fehlen diese Angaben, kann der Wert zu einem anderen Fensteraufbau gehören.
Außen- und Innenbeschattung haben unterschiedliche Ausgangslagen
Außenliegender Sonnenschutz liegt vor der Verglasung und kann die einfallende Strahlung bereits dort begrenzen. Innenliegende Systeme werden hinter dem Glas eingesetzt und müssen deshalb im Zusammenhang mit der vorhandenen Verglasung beurteilt werden. Beide Gruppen umfassen unterschiedliche Ausführungen.[1]
Daraus folgt kein allgemeiner Produktvergleich nach einer einzigen Farbe oder Stoffdicke. Für einen Raum kann zusätzlich wichtig sein, ob die gewünschte Beschattung bei der tatsächlichen Nutzung und den zulässigen Wetterbedingungen verfügbar bleibt.
Bei einem Wintergarten werden Dach- und Seitenflächen getrennt aufgenommen. Eine Lösung an einem senkrechten Fenster beschreibt nicht automatisch die Situation unter einer großflächigen Dachverglasung. Markieren Sie Ausrichtung, besonnte Bereiche und vorhandene Lüftungsmöglichkeiten auf einer Skizze.
Beispiel: Ein Leistungswert ist noch keine Raumtemperatur
Für eine eigene vereinfachte Vergleichsrechnung nehmen wir 4 m² betrachtete Fensterfläche und 500 W/m² auftreffende Sonnenleistung an. Zwei frei gewählte gtot-Werte betragen 0,35 und 0,15.
4 × 500 × 0,35 = 700 W
4 × 500 × 0,15 = 300 W
Unter diesen angenommenen gleichen Bedingungen unterscheiden sich die rechnerischen solaren Einträge um 400 W. Die Werte sind keine Produktdaten. Die vereinfachte Rechnung zeigt die Bedeutung eines Anteilswerts für eine Leistung.[2]
Wie warm der Raum dadurch wird, ist damit nicht berechnet. Dafür fehlen unter anderem zeitlicher Verlauf, weitere Wärmequellen, Lüftung und die Eigenschaften des Gebäudes. Watt werden deshalb nicht in eine pauschale Gradzahl übersetzt.
Was ein Vorhang im Winter beitragen kann
Ein Vorhang erzeugt keine Wärme. Als zusätzliche Schicht vor dem Fenster kann er den Wärmeaustausch verändern. Relevant sind dabei nicht nur der Stoff, sondern auch die Luftbewegung im Zwischenraum und die Anschlüsse an den Rändern.
Die Studie von Fitton und Kollegen untersucht Vorhänge und Behänge an einfach verglasten Fenstern unter kontrollierten Bedingungen. Sie beschreibt ausdrücklich den Einfluss von Luftzwischenraum, Randanschlüssen und Heizsituation. Eine weitgehend ruhende Luftschicht darf bei einem locker offenen Anschluss nicht einfach vorausgesetzt werden.[3]
Für die praktische Planung lässt sich der Aufbau in vier Teile zerlegen: vorhandenes Fenster, Zwischenraum, Behang und seitliche beziehungsweise obere und untere Abschlüsse. Welche Wirkung erreicht wird, ist an dieser konkreten Ausführung zu beurteilen. Die in der Studie untersuchte Einfachverglasung ist keine beliebige moderne Fensterkonstruktion.
Futter, Abschluss und Bedienung haben eine Aufgabe
Eine zusätzliche Lage wird mit einer konkreten Funktion ausgewählt. Sie kann Teil eines dokumentierten thermischen Aufbaus sein; ihre bloße Anwesenheit beweist noch keine bestimmte Einsparung. Ebenso wichtig ist, wie der Behang die vorgesehene Fläche im geschlossenen Zustand abdeckt.
Die australische Regierungsinformation zu Fenstern hebt eng anliegende Innenbehänge und passende obere sowie seitliche Anschlüsse hervor. Diese konstruktiven Grundgedanken sind von dortigen Klima- und Gebäudebeispielen zu trennen. Es werden keine Prozentwerte auf Ihr Projekt übertragen.[4]
Dokumentieren Sie außerdem die geöffnete Stellung. Ein funktionaler Vorhang muss im Alltag Fenster, Durchgänge und Bedienpunkte zugänglich halten. Eine geplante Wirkung im geschlossenen Zustand steht nur zur Verfügung, wenn der Behang auch entsprechend genutzt wird.
Heizkörper und Feuchtigkeit mitberücksichtigen
Ein langer Vorhang sollte nicht allein nach der Fensterfläche geplant werden. Befindet sich darunter ein Heizkörper, muss auch dessen Wärmeabgabe in den Raum berücksichtigt werden. Viessmann weist darauf hin, dass davorhängende Gardinen die Wärmezirkulation behindern können.[5]
Bei Feuchtigkeit an der Scheibe oder hinter einem vorhandenen Behang wird zunächst der Zustand dokumentiert. Die Studie von Fitton und Kollegen beschreibt für die untersuchte Einfachverglasung auch die Bedeutung kalter Oberflächen und Feuchtebedingungen. Daraus folgt keine pauschale Entwarnung durch einen zusätzlichen Vorhang.[3]
Die passende Planung betrachtet Fenster, Heizung und Nutzung gemeinsam. Ein Behang ersetzt weder eine Zustandsprüfung des Fensters noch eine geklärte Lüftungssituation.
Mit einem jahreszeitlichen Nutzungsprofil planen
Notieren Sie für Sommer und Winter, wann die Störung auftritt und wie der Raum genutzt wird. Ergänzen Sie vorhandene Beschattung, Fensterangaben, Heizflächen und Möglichkeiten zur Bedienung. Halten Sie gewünschte Lichtverhältnisse getrennt von thermischen Zielen fest.
Wärme- und Kältevorhänge sowie Markisen und Markisentücher finden Sie bei RAUMWERK. Bringen Sie für das Gespräch Fotos Ihres Fensters, bekannte Angaben zur Verglasung und Ihre Beobachtungen aus Sommer und Winter mit. So können Sie besprechen, ob eine textile Lösung für Ihre Situation infrage kommt und welche Wirkung für den geplanten Aufbau belegt ist.[6]






