Erst Sonnenschutz und Verglasung zusammen ergeben den Gesamtenergiedurchlassgrad gtot, ein Stoffmuster allein liefert diesen Wert nicht. Ähnlich genau wollen Lichtdurchlass, Reflexion oder die Gewebeöffnung eines Insektenschutzes gelesen werden, denn jede Angabe beschreibt eine andere Eigenschaft. Ordnen Sie die Werte Ihrem Ziel zu, also Licht steuern, Einblicke begrenzen oder Insekten fernhalten. So vergleichen Sie Materialmuster gezielter und erkennen, welche Aussagen erst für das vollständige System am Fenster gelten.
Funktion und Material nicht verwechseln
Sonnenschutz ist eine Aufgabe, die durch ein vollständiges System erfüllt wird. Das Material ist ein wichtiger Bestandteil davon. Bevor Sie einzelne Stoffmuster vergleichen, sollten deshalb die gewünschten Funktionen benannt werden: Geht es um Lichtführung, einen geringeren Helligkeitseindruck, Sichtschutz oder die Begrenzung des solaren Wärmeeintrags?
Insektenschutz verfolgt dagegen zunächst eine andere Aufgabe: Eine Öffnung soll bei geöffnetem Fenster oder geöffneter Tür mit einem passenden Gewebe geschützt werden. Hersteller wie Neher bieten dafür verschiedene Gewebearten an. Ein solches Gewebe ist nicht allein deshalb ein ausgewiesenes Sonnenschutz- oder Pollenschutzmaterial. Zusätzliche Funktionen gehören zur konkreten Produktausführung.[1]
| Material im System | Wichtige Materialfrage | Ergänzende Systemfrage |
|---|---|---|
| Plisseestoff | Welche Transparenz und Ausrüstung liegen vor? | Wie wird die Fläche geführt und abgedeckt? |
| Lamelle | Welche Material- und Lichtangaben gelten? | Wie beeinflusst die Stellung die gewünschte Nutzung? |
| Markisen- oder Screengewebe | Welche Eigenschaften sind für den Außeneinsatz dokumentiert? | Wie wird es im vorgesehenen System verwendet? |
| Insektenschutzgewebe | Welche Gewebeart und Zusatzfunktion sind angegeben? | Wie schließt es an die Öffnung an? |
Mit der Tabelle können Sie Ihre Fragen für die Beratung sammeln. Das passende Produkt und seine Montage werden an Ihrem Fenster geprüft.
Transmission, Reflexion und Absorption
Trifft Strahlung auf ein Material, kann ein Anteil hindurchtreten, ein Anteil zurückgeworfen und ein Anteil aufgenommen werden. Dafür stehen die Begriffe Transmission, Reflexion und Absorption. Bei Produktangaben ist außerdem zu beachten, auf welchen Strahlungsbereich sie sich beziehen. WAREMA unterscheidet Werte für sichtbares Licht von strahlungsphysikalischen Angaben zum solaren Bereich.[2]
Ein sichtbarer Lichttransmissionswert beantwortet daher nicht automatisch die Frage nach dem vollständigen Wärmeeintrag in den Raum. Ebenso wäre es ungenau, zwei Werte zu vergleichen, wenn sie unterschiedliche Bezugsbereiche oder Messbedingungen beschreiben.

Vereinfachtes Zahlenbeispiel
Angenommen, für denselben Strahlungsbereich und dieselben Bedingungen entfallen von 100 betrachteten Energieeinheiten 15 auf Durchtritt, 55 auf Reflexion und 30 auf Absorption. Die Anteile ergeben zusammen 100. Das Beispiel erläutert die Aufteilung am Material und verwendet keine Daten eines angebotenen Produkts.
Aus diesen drei angenommenen Anteilen lässt sich noch keine bestimmte Absenkung einer Raumtemperatur berechnen. Dafür fehlt unter anderem die Betrachtung der Verglasung und der gesamten Einbausituation.
Warum Materialfarbe allein nicht genügt
Helle und dunkle Gewebe können sich in ihrer Lichtwirkung unterscheiden. Bei Screens kommt außerdem der Öffnungsfaktor hinzu. WAREMA beschreibt für seine Gewebe, dass die direkte Durchlässigkeit mit den Öffnungen zusammenhängt, während auch die Farbe die weitere Strahlungs- und Durchsichtwirkung beeinflusst. Die Zusammenhänge werden dort anhand konkreter Screenausführungen erläutert.[3]
Eine allgemeine Regel wie dunkel schützt immer besser oder hell hält jede Wärme draußen wäre deshalb zu grob. Für eine fundierte Auswahl werden die Werte der konkreten Qualität und der vorgesehene Einsatz miteinander verglichen. Ein dunkles Muster und ein helles Muster sollten nicht nur nach einem einzigen Merkmal beurteilt werden.
Betrachten Sie die Muster außerdem in der gewünschten Blickrichtung und unter passenden Lichtbedingungen. Notieren Sie getrennt, wie viel Durchsicht gewünscht ist und welche Helligkeit im Raum angenehm erscheint. Diese Beobachtungen beschreiben Ihre Anforderungen; sie ersetzen keine Produktdaten.
Stoffwert und Gesamtenergiedurchlassgrad unterscheiden
Für die gemeinsame Wirkung von Sonnenschutz und Verglasung ist der Gesamtenergiedurchlassgrad gtot eine wichtige Größe. WAREMA beschreibt ihn ausdrücklich für die Kombination aus beiden Bestandteilen. Ein Wert aus einem Beispielaufbau ist damit nicht automatisch auf ein anderes Fenster mit anderer Verglasung und Anordnung übertragbar.[2]
Fragen Sie bei Ihrem Angebot, wofür die Zahl gilt: für den Stoff allein, für ein System oder für eine bestimmte Kombination mit Glas. Erst mit dieser Angabe können Sie prüfen, ob der Wert zu Ihrem Fenster passt.
Sie müssen dafür keine bauphysikalische Berechnung selbst erstellen. Sammeln Sie die vorhandenen Angaben zu Ihrem Fenster und lassen Sie sich erläutern, welche Werte für die angebotene Kombination gelten.
Transparenz und Verdunkelung als konkrete Anforderungen
Hersteller ordnen Stoffe nach Transparenzstufen, Material, Rückseitenbeschichtung und weiteren Eigenschaften. MHZ beschreibt diese Angaben als getrennte Merkmale seiner Stoffrecherche. Auch licht- und energietechnische Daten werden für die jeweilige Qualität geführt.[4]
Eine allgemeine Kollektionsbezeichnung ist deshalb weniger aussagekräftig als die genaue Stoffnummer mit zugehörigen Daten. Wenn eine möglichst starke Abdunklung gewünscht wird, sollte zusätzlich geklärt werden, wie die Ränder und Anschlüsse des gesamten Systems ausgeführt sind. Aus einem lichtdichten Stoff allein folgt noch keine vollständig lichtdichte Raumbegrenzung.
Für Arbeitsplätze und Wohnbereiche können unterschiedliche Ziele entstehen. Notieren Sie beispielsweise, ob ein Bildschirm genutzt wird, eine Aussicht erhalten bleiben soll oder der Raum zu einer bestimmten Tageszeit abgedunkelt werden muss. Solche Angaben machen die Materialfrage konkreter, ohne vorzeitig eine bestimmte Lösung festzulegen.
Welches Insektenschutzgewebe brauchen Sie?
Bei einem Insektenschutzgewebe gehören Materialart, Durchsicht, Luftdurchlässigkeit und gegebenenfalls eine ausgewiesene Zusatzfunktion in die Betrachtung. Neher führt unterschiedliche Standard- und Spezialgewebe auf, darunter eigene Pollenschutzvarianten. Die Produktfamilien sollten nicht so behandelt werden, als besäßen sie alle dieselben Zusatzfunktionen.[1]
Fragen Sie nach der genauen Gewebebezeichnung und den dazugehörigen Herstellerinformationen. Wenn ein besonderer Nutzen beworben wird, sollte er genau diesem Produkt zugeordnet sein. Eine grobe Ähnlichkeit im Muster oder die bloße Feinheit der Maschen ersetzt diesen Nachweis nicht.
Wie das Gewebe an Fenster oder Tür befestigt und bedient wird, ist anschließend eine eigene Planungsfrage. Dafür müssen Rahmen, Öffnungsbewegung und vorhandener Platz aufgenommen werden. Materialwissen und Einbauplanung ergänzen sich hier.
Eine Materialkarte für den Vergleich anlegen
Für jedes infrage kommende Muster können Sie eine kurze Karte mit denselben Angaben führen:
- Hersteller, Kollektion und genaue Material- oder Stoffnummer.
- Vorgesehenes System und Einsatzort.
- Gewünschte Funktion und übliche Nutzung.
- Transparenzstufe sowie verfügbare Licht- und Strahlungswerte.
- Zugehörige Verglasung oder Prüfkonfiguration, soweit ein kombinierter Wert genannt wird.
- Pflege-, Bedien- und Einsatzhinweise des Herstellers.
Unterschiedliche Kennwerte sollten dabei ihre ursprünglichen Bezeichnungen und Einheiten behalten. Ein Prozentwert ohne Erläuterung seines Bezugs ist für einen sachlichen Vergleich zu wenig.
Das Material mit dem Vorhaben verbinden
Neben weiteren Sonnenschutzleistungen gibt es bei RAUMWERK Plissees, Lamellenanlagen und Insektenschutz nach Maß. Welche Materialien im konkreten System einsetzbar sind, wird für das jeweilige Vorhaben abgestimmt. Die genannten Hersteller dienen als fachliche Quellen und belegen keine bestimmte Lieferbeziehung oder Lagerverfügbarkeit.[5]
Bringen Sie Ihre Funktionswünsche und die Materialkarten zur Beratung mit. So können Sie besprechen, welches Gewebe zu Ihrer gewünschten Lichtwirkung passt und welche Ausführung für Ihr Fenster geprüft werden soll.







