Trotz eingesetzter Beschattung wird es im Wintergarten mittags schnell warm. Naheliegend wäre ein anderer Stoff, doch das Raumklima unter Glas hängt ebenso an Dach- und Seitenverglasung, Sonnenstand, vorhandener Beschattung und Lüftung. Mit einer kurzen Bestandsaufnahme bereiten Sie das Gespräch über eine passende Lösung gezielt vor.
Dach und Seiten getrennt ansehen
Fotografieren Sie Ihren Wintergarten von innen und außen. Markieren Sie, welche Glasflächen zu welcher Tageszeit Sonne erhalten und wo Sie sich aufhalten. Die Dachfläche über dem Esstisch kann eine andere Aufgabe stellen als die Westseite am späten Nachmittag.
Der Bundesverband Wintergarten nennt Ausrichtung, natürliche Verschattung und Nutzung als wichtige Punkte für die Auswahl einer Beschattung. Eine allgemeine Empfehlung allein nach der Bezeichnung Wintergarten greift deshalb zu kurz.[1]
Welche Verglasung ist vorhanden?
Suchen Sie vorhandene Unterlagen zu Dach- und Seitenglas heraus. Unterschiedliche Glasflächen müssen nicht dieselben Eigenschaften haben. Falls Sie keine Angaben finden, zeigen Sie zunächst den Bestand. Sie brauchen für die erste Anfrage keine eigenen Messwerte.
Die Wärmewirkung einer Beschattung wird zusammen mit der Verglasung betrachtet. WAREMA erläutert dafür den Gesamtenergiedurchlassgrad gtot, also eine Angabe für die Kombination aus Sonnenschutz und Glas.[2]
Beschattung und Lüftung erfüllen verschiedene Aufgaben
Beschattung begrenzt den Sonneneintrag. Lüftung sorgt für den Austausch der Raumluft. Der Bundesverband Wintergarten beschreibt ihr Zusammenwirken ausdrücklich: Eine wirksame Beschattung macht eine passende Be- und Entlüftung nicht überflüssig.[3]
Für Ihr Gespräch sollten deshalb auch vorhandene Dachöffnungen, Fenster und Lüfter bekannt sein. Zeigen Sie, welche Sie im Alltag öffnen oder bedienen können. Pauschale Luftwechselzahlen aus einem allgemeinen Ratgeber ersetzen keine Planung für Ihren Anbau.
Ihre Bestandsaufnahme auf einer Seite
| Bereich | Das können Sie mitbringen |
|---|---|
| Standort | Himmelsrichtung und Fotos der Umgebung |
| Sonne | Betroffene Fläche und störende Uhrzeit |
| Glas | Vorhandene Unterlagen zu Dach und Seiten |
| Beschattung | Fotos, Typenschild und Bedienungsangaben |
| Lüftung | Bilder der vorhandenen Öffnungen oder Geräte |
| Nutzung | Sitzplätze, Arbeitsplätze und übliche Anwesenheit |
Wenn einzelne Angaben fehlen, lassen Sie die Felder offen. Es geht um eine verständliche Beschreibung, nicht um eine technische Prüfung durch Sie.
Innen oder außen anhand des Bestands besprechen
Eine außenliegende Beschattung setzt vor dem Glas an, eine innenliegende liegt im Raum. Welche Ausführung sich an Ihrem Wintergarten verwenden lässt, muss mit dem vorhandenen Aufbau und den Nutzungsbedingungen abgestimmt werden. Dazu gehören Platz, Bedienung und mögliche Wetterbelastung.[1]
Zeigen Sie auch Hindernisse: Leuchten unter dem Dach, vorhandene Schienen oder bewegliche Dachfenster. So lassen sich mögliche Konflikte früh erkennen, bevor Sie sich auf einen Stoff oder ein bestimmtes Erscheinungsbild festlegen.
Formulieren Sie ein konkretes Ziel
„Am Esstisch soll die direkte Mittagssonne weniger stören“ beschreibt Ihr Anliegen genauer als „Der Wintergarten soll kühler werden“. Beides kann wichtig sein, verlangt aber unterschiedliche Nachfragen. Ein festes Temperaturversprechen ohne Kenntnis Ihres Anbaus wäre dafür keine belastbare Grundlage.
Hitze und Kälte am Fenster: textile Möglichkeiten und Grenzen verstehen erklärt die weiteren textilen Möglichkeiten und Grenzen. Markise oder Innenbeschattung: Was hilft gegen Sonne am Fenster? vertieft die Lage der Beschattung zur Verglasung. Markisentücher und Segeltuche: Welche Materialangaben brauchen Sie? hilft beim Vergleich der Angaben zu Markisen- und Segeltuchen.



