Mehrere Schaumstoffblöcke in unterschiedlichen Farben und Porenstrukturen liegen neben einem Sitzkissen auf einem Werktisch.
Materialwissen

Standardschaum, Kaltschaum und Memory-Schaum: Was passt zu Ihrer Nutzung?

Teil des Themas

Nebeneinanderliegende Schaumstoffblöcke in Grau, Weiß, Hellblau, Hellgelb und Dunkelgrau mit unterschiedlicher Zellstruktur auf einem Werktisch.

Welcher Polsterschaum kommt für Ihren Sitz infrage? Ordnen Sie Schaumarten und Kennwerte ein und bereiten Sie mit Fotos, Maßen und Ihren Komfortwünschen einen passenden Zuschnitt vor.

Langsam verschwindet die Handspur im Memory-Schaum, und bei Wärme geben viele Qualitäten zusätzlich nach. Standardschaum, Kaltschaum und viskoelastischer Schaum können sich so spürbar unterscheiden, doch keine Schaumstoffart legt allein Härte oder Dicke für Ihr Möbel fest. Entscheidend sind vergleichbare Angaben und ein Muster, das Ihrem späteren Einsatz möglichst nahekommt.

Eine Schaumart ist noch keine vollständige Auswahl

Viele Sitzpolster verwenden flexible Polyurethanschäume. Innerhalb dieser Materialfamilie werden verschiedene Typen hergestellt. Die PFA unterscheidet unter anderem konventionelle und hochelastische HR-Schäume. Dichte, Festigkeit und weitere Eigenschaften bleiben dabei eigene Angaben.[1][2]

Fragen Sie deshalb nicht nur nach dem Namen der Schaumgruppe, sondern nach der genauen Qualität. Ein Wort wie Kaltschaum beschreibt noch nicht, wie Ihr fertiger Sitz mit Unterlage und Bezug nachgeben wird.

Was mit Kaltschaum und HR gemeint sein kann

HR steht für High Resilience, also eine hohe elastische Rückfederung. Die PFA beschreibt dafür eigene Struktur- und Leistungsmerkmale. Ein konkretes Datenblatt von SV Schaumstoffe bezeichnet seine Qualität zugleich als PUR-Kaltschaum und HR-Schaum. Diese Verbindung ist ein Herstellerbeispiel, keine Gleichsetzung beliebiger Handelsnamen.[1][3]

Lassen Sie sich bei einem Angebot die genaue Bezeichnung und die Werte der angebotenen Qualität zeigen. Der Gruppenname allein ersetzt weder die Dichte noch die zugehörige Härteangabe.

Memory-Schaum stellt sich langsamer zurück

Viskoelastischer Schaum, auch Memory-Schaum genannt, kehrt nach einer Belastung typischerweise verzögert in seine Form zurück. Viele Qualitäten werden bei Wärme nachgiebiger. Das konkrete Verhalten hängt vom Material ab. Diese Eigenschaften beschreibt die PFA für viskoelastische Schäume.[4]

Qualitatives Diagramm der Höhe eines Schaummusters nach dem Entlasten: HR-Schaum erreicht die Ausgangshöhe fast sofort, Memory-Schaum nähert sich ihr langsam; daneben ein Thermometer mit dem Hinweis, dass viele Qualitäten bei Wärme nachgiebiger werden.
Memory-Schaum kehrt nach dem Entlasten verzögert in seine Form zurück, HR-Schaum steht für eine hohe elastische Rückfederung. Qualitativer Verlauf ohne Messwerte; das konkrete Verhalten hängt von Material und Temperatur ab.[4][1]

Eine langsam verschwindende Handspur ist deshalb bei diesem Typ nicht automatisch Verschleiß. Umgekehrt ist langsame Rückstellung kein allgemeiner Beweis für einen besonders passenden Sitz. Entscheidend ist, ob dieses Verhalten zu Ihrer Nutzung passt.

Welche Fragen sich für Ihr Muster ergeben

Schaumgruppe Beim Vergleich fragen
Konventioneller PUR-Schaum Welche genaue Dichte und Härte hat die Qualität?
HR- beziehungsweise angebotener Kaltschaum Welche Rückfederung und Unterstützung sind für den Aufbau beschrieben?
Viskoelastischer Schaum Wie wirken Zeit und Temperatur auf die angebotene Qualität?
Mehrschichtiger Aufbau Welche Aufgabe übernimmt jede Lage?

Die Tabelle ist keine Rangfolge. Sie hilft Ihnen, die Gruppen mit ihren tatsächlichen Daten zu vergleichen.

Das ganze Polster möglichst ähnlich ausprobieren

Ein kleiner Würfel auf dem Tisch fühlt sich anders an als ein Sitzkissen auf der vorgesehenen Unterlage. Besprechen Sie deshalb Dicke, weitere Lagen und Bezug gemeinsam. Für eine vergleichbare Probe sollten Unterlage und Aufbau möglichst gleich sein.

Beschreiben Sie getrennt, wie sich der erste Kontakt anfühlt, wie weit Sie während der Nutzung einsinken und wie sich das Material danach erholt. Bei temperaturabhängigen Qualitäten halten Sie die Bedingungen beim Mustervergleich möglichst ähnlich.[4]

Sie brauchen keine allgemeine Siegerqualität festzulegen. Schreiben Sie lieber auf, was Ihnen am vorhandenen Polster gefällt und was sich verändern soll.

Mit diesen Angaben weiterplanen

Für Ihr Gespräch helfen Fotos von Polster und Unterlage, ungefähre Maße und eine Beschreibung der gewünschten Nutzung. Halten Sie die genaue Bezeichnung eines ausprobierten Musters fest.

Im Grundlagenartikel Polsterschaum verstehen: Aufbau, Kennwerte und Belastungsverhalten finden Sie den Zusammenhang zwischen Schaum und vollständigem Polster. Raumgewicht und Stauchhärte: zwei verschiedene Kennwerte erklärt Dichte und Stauchhärte getrennt. Wenn Sie vor allem das Verhalten nach dem Aufstehen verstehen möchten, lesen Sie Rückstellvermögen: Was Ihr Polster nach dem Aufstehen zeigt.

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Eine Mulde nach dem Aufstehen ist nicht automatisch ein Schaden. Erfahren Sie, wie Rückstellung, Höhenverlust und veränderte Festigkeit zusammenhängen und was Sie an Ihrem Polster beobachten können.

Zugeschnittene Schaumstoffplatten und Bezugsmaterial auf dem Werktisch

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Quellen

[1] Polyurethane Foam Association. Glossary of Flexible Polyurethane Foam Terms. Verwendet: Begriffe konventioneller und HR-Schaum. Abgerufen am 29.10.2026.

[2] Polyurethane Foam Association. Foam Performance. Verwendet: Dichte und Festigkeit als getrennte Eigenschaften. Abgerufen am 29.10.2026.

[3] SV Schaumstoffe. Datenblatt SV-Ka 40: PUR-Kaltschaum / HR-Schaum. Verwendet: Konkrete Herstellerbezeichnung PUR-Kaltschaum/HR-Schaum. Abgerufen am 29.10.2026.

[4] Polyurethane Foam Association. Viscoelastic (Memory) Foam, InTouch Volume 11 No. 1, Revised 2016. Verwendet: Langsame Erholung und mögliche Temperaturabhängigkeit viskoelastischer Qualitäten. Abgerufen am 29.10.2026.

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Über den Autor

Markus Trump

RAUMWERK Torgau

Markus Trump führt RAUMWERK, eine Polsterei- und Sattlereiwerkstatt in Torgau. Er bezieht Sessel, Eckbänke und Autositze neu und fertigt Polsterauflagen, Sonnenschutz und textile Akustiklösungen nach Maß. In der persönlichen Materialberatung zeigt er passende Stoffe und Materialien und sagt offen, was zum Möbel und zum Alltag passt – und was nicht.

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