Bevor ein Maßpolster für eine gerundete Nische entsteht, wird manchmal eine Schablone im Maßstab 1:1 direkt an der Auflagefläche abgenommen. Für Bankauflage, Sitzkissen oder Nischenpolster brauchen Sie zum ersten Gespräch trotzdem keine technische Zeichnung: Fotos, eine verständliche Skizze und Ihre Nutzungswünsche reichen. Später kommt es auf die richtigen Maße an, bei Rundungen auf eine Schablone und auf den getrennten Blick auf Kern und Bezug.
Erst den Einbauort, dann das Polster beschreiben
Beginnen Sie mit der Fläche, auf der das neue Polster liegen soll. Fotografieren Sie sie vollständig und halten Sie fest, welche Seiten frei sind und welche an eine Wand, Lehne oder Einfassung anschließen. Beschreiben Sie auch, ob das Polster zum Sitzen, Anlehnen oder Liegen gedacht ist und ob es regelmäßig bewegt werden soll.
Vergeben Sie für jedes Teil eine eindeutige Bezeichnung. Bei mehreren Auflagen sind A, B und C auf der Skizze hilfreicher als Formulierungen wie das kleine Kissen. Dieselbe Kennzeichnung sollte auf Fotos, Maßblatt und Schablone wiederkehren. So bleiben Rückfragen einem bestimmten Teil zugeordnet.
Drei verschiedene Maße nicht vermischen
Bei einer Anfrage können das Maß der Auflagefläche, das gewünschte Fertigmaß des Polsters und das Maß eines einzelnen Werkstoffs gemeint sein. Diese Größen sind nicht automatisch identisch. Fragen Sie daher, welches Maß für den jeweiligen Arbeitsschritt benötigt wird.
| Maßebene | Was Sie damit beschreiben | Für die Anfrage kennzeichnen |
|---|---|---|
| Einbau- oder Auflagefläche | Verfügbarer Platz am Möbel | Messpunkte und angrenzende Bauteile |
| Gewünschtes Fertigmaß | Abmessungen des vollständigen Polsters | Breite, Tiefe und Höhe mit Bezug |
| Kernmaß | Abmessungen des zugeschnittenen Kerns | Nur nach abgestimmtem Aufbau festlegen |
| Schnittmaß des Bezugs | Maß der zu verarbeitenden Bezugsteile | Vom Fachbetrieb aus der Konstruktion ableiten lassen |
Ein gewünschtes fertiges Polster mit 80 mm Höhe ist damit noch keine Bestellung für einen 80 mm hohen Kern. Zusätzliche Lagen und Bezug gehören zum vorgesehenen Aufbau. Pauschale Abzüge oder Zugaben sollten Sie nicht ungeprüft selbst einrechnen.
Gerade Formen vollständig bemaßen
Bei einem einfachen rechteckigen Polster gehören Breite, Tiefe und Höhe eindeutig in die Skizze. Legen Sie eine Einheit fest und schreiben Sie diese an die Maße. Markieren Sie außerdem Vorderkante und Oberseite. Das wird besonders wichtig, wenn später mehrere ähnlich aussehende Teile zusammenkommen.
Ein Hersteller von Schaumstoffzuschnitten unterscheidet für die Vorbereitung einfache Rechteckmaße, Schablonen für Rundungen und vollständig bemaßte Skizzen für komplexere Anordnungen. Diese Einteilung hilft auch beim Sortieren Ihrer Unterlagen. Sie ersetzt jedoch keine Abstimmung darüber, welche Vorlage der beauftragte Betrieb tatsächlich benötigt.[1]
Beschreiben Sie Aussparungen, abgeschrägte Kanten und unterschiedliche Vorder- und Rückbreiten ausdrücklich. Bei einer trapezförmigen Auflage reicht eine einzelne Breitenangabe nicht aus. Ein Foto kann die Form veranschaulichen, enthält aber ohne definierte Messpunkte keine vollständige Bemaßung.
Wann eine Schablone sinnvoll ist
Für Rundungen und unregelmäßige Formen kann eine Vorlage im Maßstab 1:1 erforderlich sein. Gisatex beschreibt für Maßpolster das Abnehmen und Prüfen einer Schablone direkt an der Auflagefläche. Die Anleitung betont außerdem die eindeutige Nummerierung und Zuordnung der Teile in einer Übersichtsskizze.[2]
Stimmen Sie zunächst Material und gewünschte Ausführung der Vorlage ab. Kennzeichnen Sie anschließend Teilnummer, Vorderkante, Oberseite und relevante Anschlüsse. Prüfen Sie die Vorlage am tatsächlichen Einbauort. Ein alter, verformter Kern sollte nicht ohne Kontrolle als maßhaltige Vorlage behandelt werden.[2]
Bei schrägen Wänden oder geneigten Lehnen kann sich die verfügbare Form mit der Höhe ändern. Halten Sie die gewünschte Polsterhöhe deshalb ausdrücklich fest. Ob dafür weitere Maße oder ein Aufmaß vor Ort benötigt werden, gehört zur technischen Abstimmung.
Nutzung in überprüfbare Angaben übersetzen
Die Aussage schön fest hilft nur begrenzt. Beschreiben Sie lieber, wie das Polster verwendet werden soll und welches Sitzgefühl Sie bisher als passend empfinden. Für eine Bankauflage sind beispielsweise Unterlage, verfügbare Aufbauhöhe, Sitzdauer und gewünschte Beweglichkeit wichtige Gesprächspunkte.
Notieren Sie, ob es sich um eine feste Platte oder einen anderen Unterbau handelt und ob bereits ein vergleichbares Polster vorhanden ist. Wenn Sie ein Muster ausprobieren können, halten Sie dessen genaue Bezeichnung und Aufbau fest. Eine Materialbezeichnung ohne Dicke und Einbausituation ist als Vergleich unvollständig.
Sie müssen vor der Anfrage weder Schaumart noch Härte selbst festlegen. Zeigen Sie den verfügbaren Platz und beschreiben Sie, wie Sie das Polster nutzen und sitzen möchten. Wenn Sie die Materialangaben genauer verstehen wollen, hilft Ihnen der Artikel zu Polsterschaum weiter.
Bezug und Alltag mitplanen
Klären Sie, ob ein vollständiges Polster, nur ein Kern oder zusätzlich weitere Werkstoffe benötigt werden. Hersteller bieten solche Bestandteile zum Teil getrennt oder als kombinierte Ausführung an. Benennen Sie den gewünschten Lieferumfang deshalb ausdrücklich.[3]
Beim Bezug gehören Farbe, Muster, gewünschte Nahtlage und vorgesehene Reinigung in die Planung. Soll eine Hülle abnehmbar sein, sollte diese Funktion ausdrücklich vereinbart werden. Ein Reißverschluss allein beantwortet noch nicht, wie der Bezug später gereinigt werden darf.
Wenn mehrere Polster nebeneinanderliegen, markieren Sie ihre Anordnung. So können Musterlauf, sichtbare Kanten und Teilungen gemeinsam besprochen werden. Fotografieren Sie auch angrenzende Rückenpolster oder Lehnen, die den verfügbaren Platz beeinflussen.
Rechenbeispiel: Volumen ist keine fertige Materialbestellung
Ein rein rechteckiger Beispielkern mit 1,20 m Breite, 0,50 m Tiefe und 0,08 m Höhe hat folgendes geometrisches Volumen:
1,20 × 0,50 × 0,08 = 0,048 m³ = 48 Liter
Die Rechnung beschreibt nur diese angenommene Form. Sie bestimmt weder eine passende Werkstoffqualität noch die benötigte Bezugsstoffmenge. Bei Bezugsteilen kommen Konstruktion, Warenbreite, Muster und Teilung hinzu. Für schräge oder gerundete Kerne muss außerdem die tatsächliche Geometrie berücksichtigt werden.
Nutzen Sie den Überschlag deshalb zur Begriffsklärung. Bestellmengen und Zuschnitt legt der Fachbetrieb anhand der vereinbarten Ausführung fest.
Ein vollständiges Anfragepaket zusammenstellen
- Gesamtfoto des Einbauorts und Details der Anschlüsse.
- Anzahl und eindeutige Kennzeichnung aller Polster.
- Skizze mit Messpunkten, Einheit und Orientierung.
- Angaben zu Auflagefläche und gewünschtem Fertigmaß.
- Abgestimmte Schablone für unregelmäßige Formen.
- Beschreibung von Nutzung und gewünschtem Sitzgefühl.
- Wünsche zu Bezug, Teilung und Reinigung.
- Klarer Lieferumfang und Zuständigkeit für das verbindliche Aufmaß.
Bei RAUMWERK erhalten Sie Polster nach Maß, Schaumstoffzuschnitte und Polsterwerkstoffe. Bringen Sie Ihre Fotos und Skizzen zum Beratungsgespräch mit. Sagen Sie dazu, welche Maße nur ungefähr sind. Bevor Ihr Polster gefertigt wird, stimmen Sie verbindliche Maße, Aufbau und Lieferumfang ab.[4]







