Kante für Kante wird eine neue Carport- oder Anhängerplane geplant: hier ein Saum, dort Ösen, an der Schiene ein Keder, und jedes dieser Details hat eine eigene Aufgabe. Neben der abgedeckten Fläche zählen deshalb Ränder, Öffnungen und vorhandene Befestigungen. Mit passenden Fotos und Maßen bereiten Sie die Anfrage vor; verbindliche Maße und Befestigungen werden anschließend abgestimmt.
Die Aufgabe der Plane zuerst beschreiben
Beginnen Sie mit einer einfachen Frage: Was soll die Plane im Alltag leisten? Eine seitliche Abtrennung am Carport wird anders benutzt als eine Anhängerabdeckung, die regelmäßig geöffnet und geschlossen wird. Notieren Sie deshalb Einbauort, abzudeckende Fläche und gewünschte Öffnungen. Auch die Frage, ob die Plane dauerhaft montiert bleibt oder regelmäßig abgenommen wird, gehört an den Anfang.
Eine vorhandene Plane kann als Anschauungsmaterial hilfreich sein. Fotografieren Sie jedoch zusätzlich den tatsächlichen Einbauort. So wird erkennbar, wo Profile, Rahmen, Haken oder andere Anschlüsse liegen und welche Bereiche zugänglich bleiben sollen. Beschreiben Sie Schäden und bisherige Schwierigkeiten getrennt von Ihren Änderungswünschen.
Was ein beschichtetes Planengewebe ausmacht
Bei einem beschichteten Planengewebe werden textiles Trägermaterial und Beschichtung gemeinsam betrachtet. Das Datenblatt einer konkreten Qualität nennt beispielsweise Beschichtungsart, Flächengewicht, Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Das Herstellerdatenblatt von MehlerHeytex weist sie deshalb separat aus. Es kennzeichnet die Werte außerdem als Angaben für neue Ware.[1]
Achten Sie bei Ihrem Angebot auf mehr als den Materialnamen. Fragen Sie auch nach Zuschnitt, Verbindungen und Randbefestigungen. Ein höheres Flächengewicht sagt Ihnen zum Beispiel nicht, ob die Plane in Ihre vorhandene Kederschiene passt oder wie die Ösen im Rand befestigt werden.
Datenblatt lesen: vier Angaben auseinanderhalten
| Angabe | Beschreibt | Daraus folgt noch nicht |
|---|---|---|
| Beschichtung | Art der ausgewiesenen Oberflächenschicht | Eignung jeder Verarbeitung oder jedes Reinigers |
| Flächengewicht in g/m² | Masse einer bestimmten Materialfläche | Belastbarkeit der fertig montierten Plane |
| Zugfestigkeit | Widerstand im angegebenen Zugversuch | Zulässige Belastung eines Befestigungspunktes |
| Weiterreißwiderstand | Verhalten im ausgewiesenen Weiterreißversuch | Lebensdauer im individuellen Einsatz |
Die Tabelle ordnet Begriffe aus dem Materialdatenblatt ein. Prüfverfahren, Einheiten und Materialrichtung gehören beim Vergleich dazu.[1]
Der Rand ist ein eigenes Bauteil
Ein Saum ist der bearbeitete Rand der Plane. Eine Verstärkung ergänzt den Aufbau an einer vorgesehenen Stelle. Eine Öse bildet eine definierte Öffnung für eine passende Verbindung. Diese Begriffe sind keine austauschbaren Bezeichnungen. Lassen Sie im Angebot festhalten, welche Ausführung für die jeweilige Kante vorgesehen ist.
Für die Bestandsaufnahme hilft eine nummerierte Skizze: oben, unten, links und rechts. Ergänzen Sie, welche Kante fest angeschlossen wird und welche zum Öffnen gelöst werden soll. Fotografieren Sie Ecken einzeln. Ein Foto der gesamten Fläche zeigt kleine Randdetails häufig nicht deutlich genug.
Die konkrete Ausführung von Saumbreite, Verstärkung und Befestigungsabständen gehört zur technischen Abstimmung. Ein vermeintlicher Standardabstand aus einem anderen Projekt ist dafür keine sichere Bestellgrundlage. Wenn Anschlusspunkte bereits vorhanden sind, dokumentieren Sie deren Positionen und Abstände, ohne eigenständig neue Befestigungspunkte festzulegen.
Öse, Keder und Verschluss erfüllen verschiedene Aufgaben
Eine Öse wird punktuell mit einem Gegenstück oder Verbindungsmittel verbunden. Ein Keder wird mit seinem verdickten Rand in eine passende Schiene eingeführt. Der Hersteller Keder Solutions beschreibt dabei Kern, umgebendes Gewebe und Anschlussfahne als unterschiedliche Bestandteile. Keder und Schiene müssen zusammenpassen. Die Schienenöffnung allein ist deshalb keine vollständige Größenangabe.[2]
Reißverschlüsse und Druckknöpfe können als zu beschreibende Öffnungs- oder Anschlussdetails hinzukommen. Ob sie an der gewünschten Stelle geeignet sind, wird für den jeweiligen Aufbau geprüft. Halten Sie vor allem die gewünschte Bedienfolge fest: Welche Seite wird zuerst geöffnet? Wo soll der geöffnete Teil bleiben? Muss die Plane ganz abnehmbar sein?
| Detail | Für die Anfrage dokumentieren |
|---|---|
| Vorhandene Ösenbefestigung | Übersicht, Gegenstücke und erkennbare Abstände |
| Kederschiene | Profilansicht, zugängliche Einführungsseite und bekannte Bezeichnung |
| Reißverschluss | Verlauf, Enden und gewünschte Öffnungsrichtung |
| Druckknöpfe | Lage und Ausführung der vorhandenen Gegenstücke |
| Beweglicher Planenteil | Öffnungsweg und gewünschte Parkposition |
Diese Übersicht beschreibt Informationen für die Beratung. Sie legt keine Tragfähigkeit oder geeignete Kombination fest.
Verbindungen nicht nur nach dem Nahtbild beurteilen
Planenmaterialien können für unterschiedliche Verarbeitungsverfahren vorgesehen sein. MehlerHeytex nennt für die betrachtete Qualität ausdrücklich die Schweißbarkeit. Das ist eine Eigenschaft dieser Qualität und kein Beleg dafür, wie eine bestimmte Plane im Betrieb tatsächlich gefertigt wird.[3]
Fragen Sie deshalb nach der vorgesehenen Verbindung und danach, wie Übergänge, Ecken und Öffnungen ausgeführt werden. Wenn ein bestimmter Schutz gegen eindringendes Wasser erwartet wird, sollte dieser Wunsch ausdrücklich beschrieben werden. Eine geschlossene Fläche auf einem Foto belegt die Ausführung ihrer Verbindungen noch nicht.
Rechenbeispiel: Was wiegt das Planengewebe?
Angenommen, eine rechteckige Materialfläche misst 2,00 m mal 2,40 m. Bei einem beispielhaften Flächengewicht von 650 g/m² ergibt sich:
2,00 × 2,40 = 4,80 m²
4,80 × 650 = 3.120 g, also 3,12 kg
Das ist eine eigene Flächenrechnung mit dem ausgewiesenen Materialkennwert. Säume, Verstärkungen, Verschlüsse und Beschläge sind darin nicht enthalten. Auch die Masse der vollständigen Plane und die Auslegung ihrer Aufhängung stehen damit noch nicht fest.[1]
Das Beispiel hilft, Materialfläche und fertiges Bauteil auseinanderzuhalten. Für eine Bestellung werden weiterhin Ausführung und tatsächliche Zuschnittmaße benötigt.
Abdeckung und Ladungssicherung getrennt klären
Bei einem Anhänger darf aus einer schließenden Plane nicht auf eine geeignete Ladungssicherung geschlossen werden. Die BG Verkehr beschreibt hierfür auf Fahrzeug und Ladegut abgestimmte Sicherungsmaßnahmen. Die Aufgabe der Abdeckung muss deshalb getrennt von der Sicherung der transportierten Gegenstände geklärt werden.[4]
Für Carportplanen ist entsprechend die vorhandene Anschlusskonstruktion mit zu betrachten. Wind- oder andere Belastungsfreigaben lassen sich weder aus dem Flächengewicht noch aus einem Foto ableiten. Solche Fragen gehören in die konkrete technische Planung.
Diese Unterlagen helfen bei der Anfrage
- Einbauort und gewünschte Nutzung beschreiben.
- Gesamtansicht und alle Anschlussseiten fotografieren.
- Richtmaße mit eindeutig benannten Messpunkten eintragen.
- Vorhandene Profile, Gegenstücke und Beschläge dokumentieren.
- Öffnungsrichtung und gewünschte Abnehmbarkeit festhalten.
- Bekannte Material- und Produktbezeichnungen ergänzen.
- Zuständigkeit für verbindliches Aufmaß und Ausführungsfreigabe klären.
Carport- und Anhängerplanen gehören zum Leistungsangebot bei RAUMWERK. Beschreiben Sie in der Anfrage, welche Fläche Sie schließen und wie Sie die Plane öffnen möchten. Lassen Sie sich anschließend Gewebe, Ränder und Befestigung erklären und im Angebot festhalten. So wissen Sie, welche Ausführung Sie bestellen.[5]





