Absorberklasse A steht auf beiden Angeboten für die Akustikelemente, und schon entsteht die Erwartung, der Raum werde danach spürbar leiser. Doch wie der Schallabsorptionsgrad gehört auch die Absorberklasse zu einem geprüften Aufbau; ein Prozentwert für weniger Lautstärke oder eine Materialmenge ist sie nicht. Für den Vergleich brauchen Sie neben der Klasse weitere Informationen zu Frequenz, Montage und Prüfung.
Ein Absorptionswert braucht eine Tonhöhe und einen Aufbau
Der Schallabsorptionsgrad beschreibt die absorbierende Wirkung eines Materials oder Aufbaus. Ecophon erläutert ihn in Abhängigkeit von der Frequenz. Deshalb ist eine Tabelle oder Kurve mit mehreren Frequenzen aussagekräftiger als ein beliebiger Zahlenwert ohne Beschriftung.[1]
Fragen Sie nach Material, Dicke, Montage und dem Bezug des angegebenen Werts. Eine Prüfung eines vollständigen Paneels ist etwas anderes als die Angabe zu einem losen Stoffmuster.
Was die Klasse zusammenfasst
Für bestimmte geprüfte Absorber werden die Ergebnisse zu einem gewichteten Wert und zu Klassen zusammengefasst. Ecophon beschreibt die Klassen A bis E; A ist dabei die höchste dieser Klassen. Diese Zusammenfassung ersetzt die einzelnen Frequenzangaben nicht vollständig.[2]
Eine Klasse A ist daher kein Versprechen, dass Ihr Raum zu einem bestimmten Anteil leiser wird. Sie sagt auch noch nicht, wie viel Fläche in Ihrem Raum benötigt wird oder ob Sprache aus dem Nebenraum besser abgeschirmt wird.
Vier Angaben gemeinsam lesen
| Auf dem Datenblatt | Was Sie zusätzlich wissen möchten |
|---|---|
| Einzelner Absorptionsgrad | Für welche Frequenz und welchen Aufbau gilt er? |
| Gewichteter Wert | Welches Bewertungsverfahren und welcher Prüfaufbau gehören dazu? |
| Absorberklasse | Welche vollständige Ausführung wurde klassifiziert? |
| Materialstärke | Was lag hinter dem Material und welcher Abstand war vorhanden? |
Fraunhofer IBP führt Absorptionsprüfungen im Hallraum für verschiedene Aufbauten auf. Eine solche Prüfung ist von einer Nachhallmessung im späteren Raum zu unterscheiden.[3]
Beispiel: Gleiche Klasse, unterschiedliche Montage
Angenommen, zwei Angebote nennen dieselbe Klasse. Bei einem Aufbau wurde ein Abstand zur Wand geprüft, beim anderen liegt eine andere Montage vor. Die gleiche Buchstabenangabe bedeutet nicht, dass Sie die Montage nach Belieben austauschen können.
Lassen Sie sich zeigen, welche Prüfung zur angebotenen Ausführung gehört. Stimmen Material, Dicke, Rückseite oder Abstand nicht überein, muss erklärt werden, welche Aussage noch übertragbar ist. Das Beispiel enthält bewusst keine erfundenen Produktwerte.
Warum die Raumfläche weiterhin wichtig bleibt
Ein Kennwert allein beschreibt noch nicht den Raum. Geometrie, vorhandene Oberflächen und Nutzung gehören zur weiteren Planung. Wenn Sie mehrere Personen beim Gespräch besser verstehen möchten, wird dieses Ziel zuerst beschrieben.
Bestellen Sie deshalb nicht einfach eine aus dem Einzelwert abgeleitete Quadratmeterzahl. Fragen Sie, wie Fläche und Position begründet werden und ob für Ihr Ziel eine Raumaufnahme oder Messung gebraucht wird.
Was Sie aus einem Angebot mitnehmen sollten
Halten Sie genaue Produktbezeichnung, Prüfbericht, Montage und vorgesehene Fläche zusammen fest. Unklare Abkürzungen sollten erläutert werden. Ein vollständiger Nachweis hilft mehr als ein einzelner besonders groß gedruckter Buchstabe.
Den Zusammenhang mit weiteren Akustikbegriffen erklärt Raumakustik und Schallschutz: Materialien, Prüfwerte und Bauteile. Die Unterschiede zwischen Absorption und Schalldämmung zeigt Schallabsorption, Schalldämmung und Nachhall: Was hilft bei Ihrem Problem?. Bei Vorhängen hilft Akustikvorhänge: Stoffmenge und Montage gehören zum Prüfwert, die Mengen- und Montageangaben zu prüfen.



