Gut gepolstert sind beide, und doch sitzt man auf einem Stuhl anders als in einem tiefen Sessel. Den Unterschied macht neben dem Material die Sitzgeometrie: Sitzhöhe und Sitztiefe messen verschiedene Strecken, und ohne festgelegte Bezugspunkte kann derselbe Zentimeterwert Verschiedenes bedeuten. Mit klaren Messpunkten und Ihrer tatsächlichen Sitzhaltung werden Maßwünsche verständlich.
Sitzhöhe und Sitztiefe messen verschiedene Strecken
Die Sitzhöhe beschreibt die Höhe der vorgesehenen Sitzfläche über dem Boden. Die Sitztiefe betrifft den nutzbaren Weg von der Vorderkante zum hinteren Sitzbereich. Bei weichen oder geformten Flächen sollte besprochen werden, an welchen Punkten das Maß genommen wird.
Die Herstellerangaben zu einem Rolf-Benz-Stuhl und einem Sessel zeigen beispielsweise unterschiedliche Sitzmaße. Diese Produktbeispiele sind keine allgemein empfohlenen Idealmaße für alle Menschen oder Möbeltypen.[1][2]
Das unbelastete Maß erklärt nicht jeden Eindruck
Wie stark das Polster beim Sitzen nachgibt, beeinflusst Ihre tatsächliche Position. Deshalb sollten sichtbare Maße und Einsinken zusammen betrachtet werden. Eine zusätzliche Auflage verändert außerdem den Abstand zu Lehnen und Armteilen.
Rolf Benz weist in seiner EGO-Broschüre darauf hin, dass Aufbau und Dehnverhalten die Maße beeinflussen können. Die ältere Broschüre dient hier als Konstruktionsbeispiel, nicht als aktuelle Produktempfehlung.[3]
Ihre Nutzung macht die Maßfrage konkret
| Situation | Was Sie beim Probesitzen beobachten können |
|---|---|
| Am Tisch sitzen | Verhältnis von Sitz, Tisch und Armlehnen |
| Aufrecht lesen | Kontakt zum Rücken und Lage der Vorderkante |
| Entspannt anlehnen | Gewünschte Tiefe und verfügbare Abstützung |
| Aufstehen | Ihre normale Bewegung aus der Sitzposition |
| Mehrere Nutzer | Unterschiedliche Wünsche am gleichen Möbel |
Eine Maßnotiz mit klaren Bezugspunkten anlegen
Fotografieren Sie das Möbel von der Seite und markieren Sie die gemessenen Strecken. Schreiben Sie dazu, ob das Polster unbelastet war. Bei losen Kissen sollte erkennbar sein, welche Teile in ihrer normalen Lage vorhanden waren.
Ein einzelner Wert ohne diese Angaben kann sonst unterschiedliche Situationen beschreiben. Zentimeter sind nur dann vergleichbar, wenn die Messung denselben Bezug hat.
Beispiel: Eine dickere Bankauflage
Angenommen, Sie möchten die Sitzbank mit einem dickeren Polster ausstatten. Die Oberkante liegt dadurch anders zum Tisch und zur Rückenlehne. Besprechen Sie diese Veränderung gemeinsam mit dem Sitzgefühl, statt nur die gewünschte Schaumdicke zu bestellen.
Maße und Muster gemeinsam bestätigen
Lassen Sie sich erklären, welche Geometrie mit dem geplanten Aufbau erreicht werden soll. Die passende Lösung ergibt sich aus Möbel, Nutzung und persönlichem Eindruck. Eine pauschale Zentimeterregel ersetzt diesen Vergleich nicht.
Maße, Polsterung und Möbelform im Zusammenhang behandelt Sitzkomfort verbessern: Maße, Polsterung und Möbelform zusammen betrachten. Das Sitzgefühl vertieft Zu weich oder zu hart? So beschreiben Sie Ihr Sitzgefühl genauer. Die Maßvorbereitung erklärt Schaumstoffzuschnitt: Maße, Schablone und Bezug vorbereiten.



