Schräge Bordwände haben ihre Tücken: Der Umriss an der Polsterunterseite kann dort von der Form in fertiger Höhe abweichen. Für neue Polster im Boot oder Wohnwagen ist auch die gewünschte Höhe nicht automatisch die Dicke des Schaumkerns, denn Bezug, weitere Lagen und Unterlage gehören dazu. Welche Maße Sie getrennt festhalten, entscheidet mit, wie Sitz- und Liegenutzung am vollständigen Aufbau gelingen.
Messen Sie zuerst, welche Höhe Sie meinen
Bei einem vorhandenen Polster können unterschiedliche Maße gemeint sein: die reine Kerndicke, die Höhe mit weiteren Lagen oder das vollständige Polster einschließlich Bezug. Für das Gespräch sollten Sie dazu sagen, welches Teil Sie gemessen haben und ob es belastet oder unbelastet war.
Ein altes, verformtes Polster ist als Anschauungsmuster nützlich, aber nicht automatisch eine verlässliche Maßvorlage. Gisatex empfiehlt, Formen und Vorlagen am tatsächlichen Einbauort zu kontrollieren.[1]
Was zum Schichtaufbau gehört
Der Kern ist nur ein Teil des Polsters. Ergänzende Lagen und der Bezug können die Form und das Sitzgefühl mitprägen. Die PFA beschreibt den Zusammenhang von Material, Dicke, Bezug und Unterbau für Sitzpolster.[2]
| Maß oder Bauteil | Für Ihre Anfrage festhalten |
|---|---|
| Auflagefläche | Welche Platte, Klappe oder Unterlage trägt das Polster? |
| Kern | Welche Dicke und Form sind bekannt? |
| Weitere Lagen | Welche vorhandenen Schichten sind zugänglich erkennbar? |
| Fertiges Polster | Welche Höhe und Kontur wünschen Sie einschließlich Bezug? |
| Nachbarteile | Wo schließen Rückenpolster, Einfassungen oder weitere Kissen an? |
Die Tabelle ist eine Hilfe zur Beschreibung. Den passenden Kern und die zusätzlichen Lagen legt man für den vereinbarten Aufbau fest.
Eine Schichtsumme ist noch kein fertiges Möbelmaß
Nehmen wir rein zur Erklärung einen 8 cm dicken Kern und zwei zusätzliche Lagen von jeweils 0,5 cm an. Die einfache Summe beträgt 9 cm. Diese Rechnung beschreibt nur die angenommenen, unbelasteten Einzelangaben.
Sie ist keine Bestellvorgabe: Wie sich Lagen und Bezug im fertigen Polster anordnen, wie Kanten geformt werden und wie der Aufbau nachgibt, muss gesondert geklärt werden. Bestellen Sie deshalb nicht allein nach einer selbst addierten Schichtsumme.
Sitzhöhe und Liegefläche getrennt prüfen
Eine Sitzgruppe kann nachts zum Bett werden. Beim Sitzen spielen die Position zur Lehne und die erreichbare Sitzhöhe eine Rolle. Beim Liegen fallen Übergänge, Teilungen und unterschiedliche Höhen benachbarter Polster anders auf.
Zeigen Sie für die Beratung beide Anordnungen. Nummerieren Sie die Teile auf Fotos und Skizze, damit klar bleibt, welches Kissen wohin wandert. Prüfen Sie auch, ob Stauraumklappen weiterhin erreichbar sein sollen.
Eine allgemeine Mindestdicke für jedes Boot oder jeden Wohnwagen lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten. Material, vorhandener Platz, Nutzung und Unterlage müssen zusammenpassen.
Bei schrägen Wänden reicht der untere Umriss nicht
Die Form an der Polsterunterseite kann bei einer schrägen Bordwand von der benötigten Form in der fertigen Höhe abweichen. Gisatex berücksichtigt deshalb die Wandneigung in Verbindung mit der gewünschten Polsterhöhe.[1]

Markieren Sie Oberseite, Vorderkante und gewünschte Höhe auf Ihrer Skizze. Stimmen Sie ab, ob eine Schablone, zusätzliche Maße oder ein Aufmaß benötigt werden. Eine flache Vorlage beschreibt noch nicht automatisch das vollständige dreidimensionale Teil.
Ihre nächsten Schritte
Sammeln Sie Bilder von Auflage, Polstern und beiden Nutzungsstellungen. Schreiben Sie dazu, was erhalten bleiben soll und wo Sie mehr oder weniger Höhe wünschen. Verbindliche Maße und Aufbau werden anschließend abgestimmt.
Die Materialgrundlagen erklärt Polsterschaum verstehen: Aufbau, Kennwerte und Belastungsverhalten. Für den Umbau von Sitzbank zu Bett hilft Sitzbank und Bett im Camper: Polster für beide Nutzungen planen. Wie Sie Rundungen und Aussparungen festhalten, zeigt Maßpolster mit Rundungen und Aussparungen: So zeigen Sie die Form.



