Locker gibt die Kante am Taschengriff unter dem Daumen nach, und die Oberfläche daneben wirkt seit der letzten Creme dunkler. Vor der Reparatur einer Lederware zählt deshalb nicht nur der Schaden, sondern auch, wie das Stück bisher gereinigt und gepflegt wurde. Neue Mittel können die Ausgangssituation verändern. Eine genaue Dokumentation hilft, Pflege und Reparatur sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Nicht nur das Leder, sondern das ganze Teil betrachten
Taschen, Gürtel und Etuis verbinden häufig Leder mit Nähten, Kanten, Futter und Beschlägen. Zeigen Sie die betroffene Stelle deshalb im Zusammenhang. Wichtig ist, ob ein Rand, eine Trageverbindung oder nur die sichtbare Fläche bearbeitet werden soll.
AMANN unterscheidet bei Accessoires mehrere Nahtfunktionen und Materialkombinationen. Die Behandlung sollte deshalb nicht allein nach der Farbe des Leders gewählt werden.[1]
Bisherige Mittel mit Namen angeben
Sammeln Sie Produktbezeichnungen und notieren Sie, wo und wann sie angewendet wurden. Dazu gehören Reiniger, Fette, Cremes, Imprägnierungen und frühere Farb- oder Klebeversuche. Auch ohne genaue Mengenangabe hilft die Zuordnung der Produkte.
Nennen Sie außerdem erkennbare Veränderungen danach. Schreiben Sie beispielsweise Oberfläche wirkt dunkler, statt die Ursache selbst festzulegen.
Pflege nach Lederart unterscheiden
Das Lederzentrum gibt für Taschen getrennte Hinweise zu Glattleder, offenporigem Leder und Rauleder. Eine allgemeine Ledercreme ist deshalb keine sichere Lösung für jedes Lieblingsstück.[2]
Ordnen Sie die Oberfläche anhand vorhandener Unterlagen oder fachlich zu. Verwenden Sie eine Anleitung für Schuhe oder Kleidung nicht ungeprüft für eine Tasche mit anderem Aufbau.
Eine kurze Liste vor der Reparaturanfrage
| Bereich | Ihre Angabe |
|---|---|
| Teil | Tasche, Gürtel, Etui oder anderes Stück |
| Schaden | Naht, Rand, Beschlag oder Oberfläche |
| Material | Bekannte Lederart und weitere Bestandteile |
| Vorbehandlung | Produktname, Zeitpunkt und behandelter Bereich |
| Ziel | Ursprüngliche Optik erhalten oder sichtbare Änderung möglich? |
Vor der Begutachtung keine neue Behandlung hinzufügen
Steht eine Reparatur an, fragen Sie vor einem weiteren Mittel nach der gewünschten Vorbereitung. Die Fachkraft kann dann sagen, ob das Teil im vorhandenen Zustand oder mit einer bestimmten Vorreinigung benötigt wird.
Schneiden Sie keine Materialprobe aus einem guten Bereich und entfernen Sie keine Beschläge allein für die erste Dokumentation. Fotos und die vorhandenen Unterlagen sind der passende Einstieg.
Beispiel: Gelöste Kante am Taschengriff
Angenommen, die Kante löst sich und der Griff wurde kürzlich mit einer unbekannten Creme behandelt. Zeigen Sie Rand und Naht sowie die unbeschädigte Gegenseite. Wenn möglich, nennen Sie das Produkt. Ob eine Kantenbearbeitung, Nahtarbeit oder weitere Maßnahme sinnvoll ist, sollte danach am Stück geprüft werden.
Pflege nach der Arbeit neu zuordnen
Fragen Sie nach Abschluss, welche Anleitung für die bearbeiteten Bereiche gilt. Ein reparierter oder neu aufgebauter Rand kann eine eigene Behandlungsvorgabe benötigen.
Welche Lederart welche Pflege verlangt, ordnet Lederbezüge und Lederwaren pflegen: Oberflächen richtig zuordnen ein. Randaufbauten erklärt Lederkanten: Offener Rand, Umschlag oder Einfassung?. Die Reparaturdokumentation vertieft Lederwaren reparieren: So beschreiben Sie Naht, Kante und Beschlag.



