Keder ist nicht gleich Keder: Ton in Ton hält er eine Kontur ruhig, in Kontrastfarbe hebt er sie deutlich hervor. Für einen neuen Bezug mit klarer Linie, farbigem Akzent oder dem vertrauten Detail Ihres Sessels lohnt deshalb ein Gespräch vor dem Zuschnitt. Verlauf, Farbe und Übergänge entscheiden, ob Musterstück und fertiges Möbel zusammenpassen.
Was ein Keder am Möbel ist
Beim bezogenen Keder liegt eine Schnur in einem Materialstreifen. Dessen Nahtzugaben werden beim Verbinden der Bezugsteile mitgefasst. Die sichtbare Rundung zeichnet so beispielsweise eine Kissenkante nach. Sailrite zeigt dieses Prinzip und unterscheidet gerade und schräg zugeschnittene Streifen.[1]

Nicht jede erhabene Linie am Möbel ist deshalb derselbe Keder. Für eine Nachfertigung helfen ein Foto des gesamten Verlaufs und eine Nahaufnahme der Kante. Wenn ein vorhandenes Muster erhalten bleiben soll, sollte es vor der Materialwahl besichtigt werden.
Der Verlauf gehört zur Gestaltung
Fragen Sie zuerst, welche Kontur der Keder betonen soll. An der Oberkante eines Kissens wirkt er anders als umlaufend an einem Sesselrücken. Auch die Stelle, an der die Enden zusammentreffen, gehört zur Planung.
Ein farblich passender Keder kann die Linie ruhig halten. Eine Kontrastfarbe hebt sie sichtbar hervor. Legen Sie beides am Originalmöbel oder an einer ausreichend großen Materialprobe an. Ein kleiner Farbausschnitt sagt wenig darüber, wie deutlich die Linie über eine ganze Armlehne wirkt.
Muster und Rundungen brauchen einen abgestimmten Zuschnitt
Schräg zugeschnittene Streifen lassen sich anders um Kurven führen als gerade zugeschnittene. Bei Streifenstoffen kommt zusätzlich die gewünschte Musterwirkung hinzu. Daraus folgt keine pauschale Zuschnittregel für jedes Möbel. Entscheidend sind Material, Kurve und das vereinbarte Erscheinungsbild.[1]
Der Keder wird außerdem Teil einer Naht aus mehreren Materiallagen. Coats behandelt die Anordnung solcher Lagen als wesentliches Merkmal einer Nahtkonstruktion. Eine reine Farbentscheidung wäre deshalb zu kurz gedacht.[2]
Diese Details können Sie gemeinsam festlegen
| Detail | Ihre Entscheidung oder Rückfrage |
|---|---|
| Material | Gleicher Bezug oder bewusst abweichende Qualität? |
| Farbe | Ton in Ton oder sichtbarer Kontrast? |
| Verlauf | Welche Kanten sollen betont werden? |
| Übergang | Wo liegt die Verbindungsstelle? |
| Muster | Wie sollen Streifen an Kurven erscheinen? |
Beispiel: Ein Sessel bekommt einen ruhigeren Bezug
Angenommen, der alte Sessel hat einen kräftigen Kontrastkeder. Sie wünschen einen zurückhaltenden Eindruck. Dann kann ein Vergleich desselben Stoffmusters mit passender und kontrastierender Linie helfen. Lassen Sie dabei die Kontur und die Materialstärke mitbetrachten. Ein Fotovergleich ersetzt kein verarbeitetes Muster, kann aber die Richtung klären.
Die übrigen Bezugsdetails erläutert Nähte, Keder und Heftungen: Details eines Polsterbezugs. Für gestreifte oder karierte Stoffe lesen Sie Streifen und Karos: So planen Sie den Musterverlauf am Möbel. Ist der vorhandene Keder gelöst, unterstützt Offene Nähte und gelöste Keder: Den Bezugsschaden klar dokumentieren die Dokumentation vor einer Reparatur.



