Zugeschnitten wird ein Velours erst, wenn feststeht, in welche Richtung sein Flor an Sitzkissen, Rücken und Armlehnen liegen soll. Solche Fragen beginnen beim Aufbau eines Möbelstoffs: Flachgewebe, Velours und Chenille unterscheiden sich in Konstruktion und Oberfläche, nicht automatisch in der Faser. Betrachten Sie beides getrennt, lassen sich Farbe, Griff und gewünschte Wirkung Ihrer Muster genauer vergleichen.
Flachgewebe und Velours beschreiben den Aufbau
Ein Gewebe entsteht aus sich kreuzenden Fadensystemen. Bei Flachgeweben bildet diese Verbindung die sichtbare Fläche. Polgewebe besitzen zusätzliche Fäden oder Schlingen; ein geschnittener Flor wird als Velours bezeichnet. Damit benennen Sie die Konstruktion und die Oberfläche, nicht automatisch die verwendete Faser.[1]

Ein samtiger Eindruck beantwortet deshalb noch nicht, ob Wolle, Baumwolle, Polyester oder eine Mischung verarbeitet wurden. Lesen Sie diese Angaben gesondert auf der Musterkarte. Ebenso wenig ist die sichtbare Webstruktur allein ein Nachweis für einen bestimmten Pflegeweg.
Chenille ist zunächst eine Garnbeschreibung
Bei Chenille entsteht der typische weiche Effekt durch ein entsprechend aufgebautes Garn. Ein Chenillegewebe muss deshalb nicht als dritte, vollständig gleichartige Kategorie neben Flach- und Polgeweben behandelt werden. Entscheidend bleibt, wie das Garn in der jeweiligen Fläche verarbeitet wurde. Kvadrat beschreibt dies am Chenillegewebe Maple mit getrennten Angaben zu Garnart und Gewebe.[2]
Die Bezügeübersicht von creation by Rolf Benz nennt für konkrete Chenillequalitäten unter anderem Veränderungen der Florlage und Lichtwirkungen im Gebrauch. Solche Hinweise gehören zur jeweiligen Qualität und lassen sich nicht als identische Eigenschaft sämtlicher Chenillestoffe übernehmen.[3]
Fragen Sie deshalb nach der genauen Artikelbezeichnung und den zugehörigen Gebrauchshinweisen. Das Wort Chenille allein reicht nicht, um Waschbarkeit, Beanspruchbarkeit oder die spätere Optik vollständig zu beschreiben.
Was Sie am Muster sehen können
| Muster | Darauf können Sie achten | Das brauchen Sie zusätzlich |
|---|---|---|
| Flachgewebe | Sichtbare Fadenstruktur und Muster | Faseranteile und Prüfangaben |
| Velours | Flor, Strichrichtung und Lichtwirkung | Hinweise zu Zuschnitt und Pflege |
| Chenillegewebe | Garnoberfläche und wechselnder Farbeindruck | Beschreibung der konkreten Qualität |
Legen Sie die Muster auf dieselbe Unterlage und betrachten Sie sie im Licht Ihres Raums. Ein kleiner Stoffbügel neben einer hellen Lampe kann anders wirken als eine größere Fläche am späteren Möbel. Halten Sie Ihre Beobachtung als Gestaltungswunsch fest, ohne daraus einen technischen Qualitätswert zu machen.
Warum die Richtung am Möbel wichtig ist
Bei richtungsabhängigen Oberflächen kann ein gedrehtes Teil heller oder dunkler erscheinen. Das ist bei der Abstimmung mehrerer Sitzkissen, Rückenflächen oder Armlehnen wichtig. Rolf Benz beschreibt solche Licht- und Florwirkungen bei den jeweiligen Stoffarten und Qualitäten.[3]
Drehen Sie ein geeignetes Muster neben einem zweiten Abschnitt desselben Stoffs. Wenn Sie einen deutlichen Unterschied sehen, zeigen Sie bei der Beratung, welche Wirkung Sie bevorzugen. Die tatsächliche Zuschnittrichtung wird anschließend passend zur Qualität vereinbart.
Ziehen Sie aus diesem Vergleich keine Aussage über Verschleiß oder Lebensdauer. Sie betrachten dabei zunächst das Aussehen und die Richtung der Oberfläche.
So wählen Sie nach Ihrem Alltag
Beschreiben Sie, was Ihnen am bisherigen Bezug gefällt und was Sie anders haben möchten. Soll die Struktur ruhig wirken, die Fläche besonders weich aussehen oder ein Muster gut sichtbar bleiben? Ergänzen Sie Ihre Wünsche zu Pflege und Nutzung.
Lassen Sie sich danach die Daten der in Frage kommenden Stoffe zeigen. Hohe Scheuertouren, Pilling und Lichtechtheit sind getrennte Angaben. Die Oberflächenbezeichnung ersetzt keines dieser Merkmale.
Im Überblick Polsterstoffe verstehen: Fasern, Gewebe und Gebrauchseigenschaften finden Sie die übrigen Stoffeigenschaften. Bei einem gerichteten Flor hilft Flor und Strichrichtung: Warum Velours je nach Blick anders wirkt, bevor die Bezugsteile zugeschnitten werden. Was die Faseranteile aussagen, erklärt Naturfasern, Chemiefasern und Mischgewebe im Möbelbezug.








